Montag, 11. Januar 2010

Winter




Das Wochenende ist vorbei, und Daisy hat uns verschont. Gott sei Dank. Trotzdem denke ich, dass eine ganz große Portion Panikmache dabei war. Versteht mich nicht falsch. Ich empfinde tiefes Mitleid mit allen, die unter Daisy gelitten haben und immer noch leiden. Aber als ich heute arbeiten war, da kam ich mit einem alten Mann ins Gespräch, und dieses Gespräch hat mir doch zu denken gegeben. Ich bin kein Mensch der in der Vergangenheit lebt, im Gegenteil. Und doch, wir war es früher? Die Menschen hatten keine Heizung. Mein Papa erzählt mir immer, dass er, sobald er die Füße am Morgen aus dem Bett geworfen hatte auch schon das erste Mal für den kommenden Tag fror. Er erzählt immer von den Eisblumen, die die Fensterscheiben von innen und von außen schmückten und von der Wäsche mit eiskaltem Wasser. Um die Füße zu schützen wurde Sackleinen um die Schuhe gebunden und Wolltücher um Nase und Mund.
Ja, da komme ich schon ins Überlegen. Meine Kinder haben Thermojacken,wind- und wasserdicht, ebenso Thermostiefel, gefütterte Handschuhe und alles in zweifacher Ausführung, falls eine Garnitur noch nicht trocken ist, wenn sie wieder aus dem Haus wollen.
Daisy war schlimm, und ich bin froh, dass es vorbei ist, aber es war auch Wochenende, und es hätte schlimmer kommen können. Versteht mich bitte nicht falsch, aber das Gespräch auf der Arbeit heute hat mich nachdenklich gemacht. Ist dieser Gedankengang, der in meinem Kopf entstanden ist, falsch?
Ich wünsche euch eine schöne Woche. macht das Beste daraus, egal was kommt. Wir können es doch nicht ändern, und das ist vielleicht auch gut so.
Alles Liebe
CLaudia

Kommentare:

  1. Liebe Claudia,

    beim Lesen Deines Posts kamen bei mir Kindheitserinnerungen hoch. Ich bin in einem fernen Land aufgewachsen, wo die Verhältnisse ähnlich den beschriebenen waren. Eisblumen an den Fensterscheiben habe ich als Kind geliebt, die Kälte beim Aufstehen weniger. Zur Schule hat Oma mich begleitet, weil die Schneeverwehungen viel höher waren als ich, und weil es oft so gestürmt hat (dagegen war Daisy, die bei uns nun wirklich gewütet hat, die reine Lachpille). Und natürlich wurde ich als Kind eingepackt, dass ich so breit wie groß war und mich kaum bewegen konnte. Und einen Schal hatte ich auch vor Mund und Nase. Aber ich habe an die Winterzeit dennoch überwiegend gute Erinnerungen. Mag sein, dass man als Kind vieles anders sieht, erst recht, wenn man behütet aufwächst. Ganz anders sind meine Erinnerungen allerdings daran, wie man in diesem Land mit uns Deutschen umgegangen ist.
    Aber nun habe ich zu viel geschwafelt. Du hat Recht, wir können schon sehr glücklich sein, hier und jetzt zu leben.

    Liebe Grüße von Elvira

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  2. Liebe Claudia,

    ich finde es sehr gut, wenn sich jemand Gedanken macht und Gespräche auf diese Art und Weise verarbeitet und nicht einfach ingnoriert. Leider leben wir in einer Welt, die sehr oberflächig ist und der Dankbarkeit wird meiner Meinung nach nicht genug Ausdruck verliehen. Um so mehr freue ich mich, daß es doch noch Menschen gibt die dankbar sind und nicht alles für selbstverständlich halten.
    In diesem Sinne wünsche ich dir noch eine wundervolle Woche.

    Herzliche Grüße, Mary

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  3. Liebe Claudia,
    ich muss dir absolut recht geben - ein paar Zentimeter Schnee & etwas Wind und schon kommt die große Panikmache. Wir sind heute unglaublich verwöhnt.......zum Glück lebt meine Oma noch und erzählt mir auch von früher........von zwei Stunden Schulweg durch tiefen Schnee (ohne die von dir beschriebene Thermokleidung) - Zentralheizung, Wäschetrockner, den Supermarkt um die Ecke....all das gab es einfach nicht! Wir haben heute so ein angenehmes Leben und wenn die Natur sich ein wenig bemerkbar macht, fühlen sich die meisten einfach nur gestört, ohne darüber nachzudenken....schade!!!

    Einen wundervollen Wintertag (wir haben gestern sehr viel Schnee bekommen ;)) und GLG, herzlichst Jade

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  4. So ein kuscheliges Feuer könnte ich jetzt auch gebrauchen :)

    LG Shippymolkfred

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  5. So ein warmes Feuer ist was feines:) Winterliche Grüße,Klara

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  6. Danke für deinen netten KOmmentar. Ja, ich bin absoluter Stickfan. Ich sticke schon seit ganz vielen Jahren. Gerne darfst du mich verlinken.
    Bianca

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  7. Wunderschöne Bilder. So ein Kuschelofen würde mir auch gut gefallen und gebrauchen könnte ich ihn dringend. Noch ist unsere Heizung warm. Aber Donnerstag wird sie für Reperaturarbeiten, die nicht aufzuschieben sind, abgestellt. Es wird einen Arbeitstag brauchen. Brrrrr...ich freue mich schon riesig. :o(
    Hab noch einen schönen Restmittwoch.
    Liebe Grüße, Chrissi

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  8. Liebe Claudia,ich mache mir ähnliche Gedanken und liebe Gespräche mit meiner 88-jährigen Oma.
    Keine Waschmaschine, keinen Geschirrspüler, 3-Zimmer-Wohnung mit 5 Personen, dazu der Mann im Krieg-sie hatte wirklich andere Sorgen ....
    Ich bewundere die Menschen, wie sie das früher geschafft haben und denke stets daran, wenn ich mal murre!Oma lebt immer noch in der gleichen Wohnung, steigt mühsam 1-2xtäglich 4 Etagen hoch (es gibt natürlich keinen Fahrstuhl) und das hält sie jung; bei dem Wetter muß sie nicht raus( viel zu gefährlich), sie weiß sich auch so zu beschäftigen und ißt eben, was noch da ist. Hauptsache satt und warm und sicher-eben was früher das Allerwichtigste war.
    Ich bewundere die Generation sehr und bin traurig, dass sie immer weniger wird, denn auch ich und so manche andere können viel von ihr lernen...
    Klar ist das Wetter unbequem,wenn man auf´s Auto angewiesen ist,aber bis auf die Unsicherheit, wie die Kinder sicher zur Schule kommen,damit ich auch beruhigt bin,läßt es sich ganz gut aushalten.
    Vielleicht ist es auch ganz gut mal wieder zu überlegen, ob der geplante Weg mit dem Auto wirklich nötig ist- es ist auch einfach die Gelegenheit mal zu entschleunigen....


    Ich wünsche Dir weiter schöne kuschelige Wintertage,
    herzliche Grüße

    Christine


    P.S.
    Lisa geht es wieder bestens. Danke nochmals für Deine liebe Worte damals!!!!

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